10 Berufe mit Sinn- „Menschen helfen“

Hallo Suchender!

Man sagt der Generation Y ja nach, dass sie alle einen Beruf machen wollen, der sie mit Sinn erfüllt. Warum auch nicht? Das kann ein guter Start für ein erfülltes Leben sein. Viele Menschen sehen einen Sinn darin, Menschen zu helfen. Hier mal 10 Berufe, mit denen man das machen kann:

1. Agrarwissenschaftler*innen/Landwirt*innen

Nein, ich meine nicht, dass du Menschen durch leckere Milchprodukte im Kühlregal helfen sollst. Aber Agrarwissenschaftler*in ist ein gefragter Beruf in internationalen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Projekte entwickeln, wie man auch in schwierigem Klima Pflanzen anbauen kann und sogar selbst in die Länder zu reisen und den Menschen beizubringen, wie sie sich durch neue Anbaumethoden besser versorgen können- für solche Aufgaben braucht man Fachleute mit gutem Hintergrundwissen. Und eine ausreichende Ernährung ist der erste und wichtigste Schritt in der Entwicklungszusammenarbeit- lange vor Traumatherapien, Frauenförderung und Menschenrechtsarbeit muss erstmal gewährleistet sein, dass die Menschen überhaupt leben können. Na, ist Bauer*Bäuerin plötzlich gar kein so übler Beruf mehr? ;)
(Zugang: Studium Agrarwissenschaft, Agrarwirtschaft, Ausbildung Landwirt*in)bauer

2. Bauingenieur*innen (und andere Ingenieur*innen)

Ich bin immer noch nicht bei den sozialen Berufen angekommen. Denn Sozialarbeiter*innen können keine Brunnen bauen. Und sie können keine dezentralisierten Abwasseranlagen errichten für Slums, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind. Sie kennen sich wohl auch nicht mit der Nutzung regenerativer Energien als Stromquellen für abgeschiedene Dörfer aus. Ingenieur*innen können auch beim Ausbau der Infrastruktur, z. B. eines vernünftigen Straßennetzes und beim Aufbau von Schulen und Krankenhäusern mithelfen. Übrigens musst du gar nicht unbedingt studiert haben, um an solchen Projekten teilnehmen. Es werden auch Handwerker*innen benötigt.
(Zugang: Studium Bauingenieurswesen, Architektur, Ausbildung Anlagemechaniker*in, Stahl- und Betonbauer*in, Klempner*in, Dachdecker*in etcpp.)

brunnen

3. Sozialarbeiter*innen

Okay, okay. Ich komm ja schon zu DEM Beruf, wenn es um Arbeit mit Menschen geht. Ja, mit Sozialer Arbeit kann man jede Menge machen. Ob junge oder ältere Menschen, mit oder ohne Migrationshintergrund, Frauen, Männer, transgender Menschen etc. Ob Traumatherapie, betreutes Wohnen, Sozialberatung, Hilfen zur Erziehung, sozialraumorientierte Gemeindearbeit, als Sozialarbeiter*in kann man unheimlich viele verschiedene Aufgaben übernehmen und lernt auch mehr als in vielleicht jedem anderen Studiengang, wie man respektvoll, wertschätzend und auch mit der nötigen professionellen Distanz mit Menschen umgeht. Kleiner Tipp: Meiner Meinung nach ist FH hier sinnvoller als Uni. Und: Gucken, dass der Studiengang idealerweise staatlich anerkannt ist. Damit hat man mehr Jobmöglichkeiten.
(Zugang: Studium Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, ohne staatliche Anerkennung Erziehungswissenschaft)

thera.jpg

4. Jurist*innen

Wenn du bei Jura den Schwerpunkt Völkerrecht, Menschenrechte und co. wählst, wirst du zu einem wichtigen Rechtsexperten. Du kannst in Menschenrechtsorganisationen arbeiten, beim Aufbau von demokratischen Strukturen in Ländern als Berater*in oder kritische Beobachter*in tätig sein, in internationalen oder auch viel kleineren Konflikten als Mediator*in vermitteln und Rechtsreferent*in in gemeinnützigen Organisationen werden. Aber: Jurist*innen haben eher schwierige Perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Am besten schon während des Studiums fleißig Erfahrungen in den Bereichen deiner Wahl sammeln.
(Zugang: Jura)

justitia.jpg

5. Gesundheitsfachberufe und akademische Heilberufe

Ärzt*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Altenpfleger*innen, Apotheker*innen, Hebammen/Entbindungspfleger, Notfallsanitäter*innen… im gesundheitlichen Bereich ist wohl ziemlich klar, dass man mit seiner Arbeit direkt den Menschen hilft. In der Pflege und bei Ärzt*innen gibt es auch einen sehr großen Stellenbedarf, dafür sind aber gerade in den nicht akademischen Berufen Bezahlung, Arbeitszeiten und Stress Minuspunkte. Am besten vorher durch Praktika oder idealerweise ein FSJ im Krankenhaus rausfinden, ob du wirklich so Feuer und Flamme für die Arbeit bist, dass du die negativen Seiten der Arbeit in Kauf nehmen magst.Ps: Wenn du später bei Ärzte ohne Grenzen o.ä. arbeiten willst, schau welche Berufe auch im Ausland anerkannt sind.
(Zugang: Studium Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Ausbildung Gesundheits- und Krankenpfleger*in, Altenpfleger*in, Hebamme/Entbindungspfleger, Notfallsanitäter*in, PTA, MTA, (zahn-) medizinische*r Fachangestellte*r, Osteopath*in, Heilpraktiker*in etcpp.)

hebamme

6. Psychotherapeut*innen

Auch hier ist klar, dass man Menschen direkt hilft. Egal ob mit einer eigenen Praxis, in deutschen Kliniken oder bei Ärzte ohne Grenzen, du kannst traumatisierten und psychisch kranken Menschen helfen. Der Weg dorthin ist aber nicht einfach: Wenn du mit Erwachsenen arbeiten willst, brauchst du einen Master in Psychologie und eine mind. 3-jährige, sehr teure Weiterbildung. Wenn du mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchtest, musst du Psychologie, Erziehungswissenschaft oder Soziale Arbeit studieren (Master) und dann auch ne 3-jährige Weiterbildung machen, die ein bisschen günstiger ist, aber immer noch ordentlich teuer. Der günstigere, aber auch schwierigere Weg geht über das Medizinstudium- um Psychiater*in oder ärztliche*r Psychotherapeut*in zu werden.
(Zugang: Studium Psychologie, Erziehungswissenschaft, Soziale Arbeit, Medizin)schizo

7. Ausbildungsberufe (Handwerk, Industrie, „Grünes“)

Wenn du Meister in einem Industrie- oder Handwerksberuf oder in einem „grünen Beruf“ (z. B Gärtner) bist, kannst du in Projekten zur Arbeitsmarktintegration arbeiten. Jugendliche mit schlechten Zeugnissen, Langzeitarbeitslose, ehemalige Drogenabhängige, Flüchtlinge etc. haben es oft schwer, einen Zutritt zum Arbeitsmarkt zu bekommen. Deshalb gibt es Projekte, in denen sie eine betreute, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Berufsausbildung machen können. Du könntest ihr Ausbilder sein und ihnen damit eine Zukunft geben.
(Zugang: Abertausende verschiedene Ausbildungen)

gärtner

8. Gesundheits- und Sozialmanager*innen

Menschen helfen muss nicht immer heißen, dass du direkt mit deiner Zielgruppe arbeitest. In Krankenhäuser, sozialen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen muss es Leute geben, die den Laden am Laufen halten. Jemand muss sich um die Finanzen kümmern, Personalentscheidungen treffen, Projekte erarbeiten und erarbeiten lassen, strategisch planen, die Öffentlichkeitsarbeit managen etc. Klingt vielleicht unsexy, ist aber ein wahnsinnig abwechslungsreiches und für strukturierte Denker auch durchaus spannendes Arbeitsfeld. Für viele Leute wird es auch in späteren Jahren eine Option, wenn sie sich in der sozialen Arbeit ausgetobt haben.
(Zugang: Studium Gesundheits- und Sozialmanagement, BWL mit Schwerpunkt- kann auch als Master auf gesundheitswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche oder wirtschaftswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge draufgesattelt werden).

manager

 9. PR-Berater*innen/Referent*innen/Mitarbeiter*innen

Öffentlichkeitsarbeit ist für viele gemeinnützige Unternehmen das A und O. Ohne gute Werbung gibt es keine Spenden. Deswegen müssen Kampagnen für Fernseh-, Online- und Plakatwerbung entwickelt werden. Es müssen Flyer, Newsletter, Broschüren und Infomaterialien erstellt werden. Die Webseite und die sozialen Medien müssen immer up to date sein. Und und und. Dafür nehmen Organisationen am liebsten Leute, die etwas aus dem Journalismus und PR Bereich studiert haben. Eine Superchance, Kreativität und Sinn in seinem Beruf zu vereinen.
(Zugang: z. B. Journalismus, Kommunikationswissenschaft, Germanistik und Literatur, Medienwissenschaft, eine journalistische Ausbildung).
some

 10. Berater*innen

Spezielle Projekte brauchen spezielle Experten. Wenn eine NGO im Ausland Bildungsprojekte vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung bietet und vielleicht zusätzlich noch eine Vielzahl an Gesundheitsprojekten, braucht es hervorragend ausgebildete, hochspezialisierte Fachkräfte, die sich damit auskennen. Hier kann der Genderforscher die Gleichberechtigung voranbringen, ein Friedens- und Konfliktforscher eine Nachkriegsgesellschaft mit wiederaufbauen und ein Politologe zivilgesellschaftliche politische Strukturen entwickeln. Das einzige Problem: Solche Stellen sind begrenzt und haben sehr hohe Anforderungen- darunter meist viele Jahre Berufserfahrung. Du solltest also vorher recherchieren, was du mit deinem Studium bis dahin anfangen kannst.
(Zugang: Viele, viele Studiengänge. Im Beispiel Gender Studies, Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaften)

berat

(Fotos: http://www.pixabay.de)

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